Wer sich schon einmal in einer Höhle die Stirn an einen harten Fels gestoßen hat, weiß wie krass der völlig ungedämpfte Stoß ist im Gegensatz zum selben Stoß, gedämpft beispielsweise durch eine Mütze. Obschon die Wolle der Mütze nur ein wenig mehr als 1 Millimeter dick ist, verhindert sie schon fast den gesamten Schmerz. Es kommt dabei auf die effektive und nachhaltige Bremsung der gegeneinandergerichteten Bewegungsanteile an.

Ein Sturz auf das Knie wird vom besten Protektor kaum gedämpft, wenn der Protektor durch die Wucht des ersten Kontaktes mit der Straße gleich weggerissen oder weggeschoben wird. Hier hat sich gezeigt, dass die ersten Lederhosen mit Stretchzonen im Knie - oder Hüftbereich völlige Fehlkonstruktionen waren. Die Stretchzonen wirkten durch die Perforation im Leder wie unabsichtlich angebrachte Sollbruchstellen. Ebenso verheerend wirken schlechte Reißverschlüsse, besonders zwischen Jacke und Hose. Im übrigen gilt: Je weniger Nähte in gefährdeten Zonen liegen desto besser.
Schlittert man beim Sturz nach dem ersten Aufprall mit der Restgeschwindigkeit auf dem Asphalt, wird einem die Abriebfestigkeit der Kleidung nachhaltig zum aktuell wichtigsten Kriterium. Es geht hier besonders um exponierte Stellen wie Hüfte, Knie, Knöchel und Hände. So bekommt zum Beispiel die elegante HG Panther Leder-Kombi vom Motorrad-Magazin MO (Ausgabe 4/2003) im Abriebtest Bestnoten: "Hervorragend geschützte Nähte, besonders abriebfest im Rückenund Gesäßbereich."
Mit jedem Meter Schlittern auf dem Asphalt verdeutlicht sich der physikalische Zusammenhang: Je mehr Reibung, desto größer die Bremswirkung, aber auch die Wärmeentwicklung. Schmilzt das Material unter der Wärmeeinwirkung, bietet es keinen Widerstand mehr gegen den Abrieb und kann die Haut nicht schützen. Im Gegenteil, oft erzeugen in die Haut eingeschmolzene Textilpartikel toxische Probleme und Wundheilungsstörungen.